Archive for the ‘Blickwinkel’ Category

Alles Klima?

Donnerstag, März 8th, 2007

Kaum entspannt sich die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein wenig, ist schon ein neues Lieblingssorgenkind für Politik und Presse gefunden: Der Klimawandel. Obwohl der “Jahrhundertsommer” 2006 und der sehr milde Winter eine Diskussion herbeigebracht hat, die mich als passionierten Einfach-nur-so-durch-die-Landschaft-Fahrer jetzt vermutlich in einem etwas schlechteren Licht dastehen lässt, begrüße ich doch, dass die globale Erderwärmung etwas mehr ins allgemeine Interesse gerutscht ist. Klimaschutz ist wichtig.

Ob ich jedoch jemals der Empfehlung einer namhaften deutschen Politikerin folgen könnte und mir ein japanisches Hybridauto kaufen würde, darf bezweifelt werden. Würde mir dagegen jemand einen Lamborghini Murciélago hinstellen, würde ich vermutlich solange Unmengen an CO2 emittieren bis alle Erdölreserven dieser Welt aufgebraucht wären. Mit einem schlechten Gewissen wie von einem Hund, der seinem Herrchen zum wiederholten Mal die Pantoffeln zerbissen hat…

Der deutsche Autofahrer weiß schon länger, dass es hierzulande wärmer wird. Hat er doch schon vor Jahren angefangen, Autos mit Klimaanlagen zu kaufen, um für den Klimawandel im eigenen Personenkraftwagen gerüstet zu sein. Zugegeben, verstanden hatte ich es bisher nicht. Ich mag Klimaanlagen einfach nicht. Die kühle (Zug)luft, die sie zuweilen spenden, sorgt für unangenehm trockene Schleimhäute in Mund und Nase und Erkältungen, wenn man sich verschwitzt ins Auto setzt. Noch dazu fährt man die meiste Zeit unnötigen Ballast durch die Gegend und der Betrieb des Klimakompressors kostet auch noch Leistung. Das erhöht natürlich den Kraftstoffverbrauch und damit den CO2-Ausstoß (bis zu 11% übrigens). Wobei wir wieder beim Klimaschutz wären.

Und weil Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mein Laster sind, würde ich - wie ein Adipöser, der zu Hamburger und Pommes Cola light trinkt - auch einen Porsche GT3 RS ohne Klimaanlage kaufen.

- Dennis Bartels

SUV - Sports Utility Vehicle

Donnerstag, März 1st, 2007

Ein SUV. Schön. Mal wieder. Aber was ist das eigentlich? Der Übersetzung nach handelt es sich hierbei um ein sportliches Fahrzeug mit Nutzwert. Diesem sollte man mal näher auf den Grund gehen:

Sports:
Durch den erhöhten Schwerpunkt dieser Fahrzeuge ist das Handling dem eines Kombis unterlegen. Weiterhin können die, meist aus Limousinen oder sogar Sportwagen übernommenen Motoren wegen des exorbitanten Gewichts dieser Panzer ihre Leistung nicht ausspielen. Von “Sport” kann also keine Rede sein!

Utility:
Besitzt ein SUV wirklich mehr Nutzwert als ein gleich großer Kombi? Dagegen spricht einiges, dafür wenig. Mehr Laderaum bietet er jedenfalls nicht. Und kombitypische Vorzüge wie die niedrige Ladekante besitzt er nicht. Die im Großstadtdschungel so wichtige hohe Bodenfreiheit macht dies zunichte. Sie sorgt also allenfalls dafür, dass die Nutzer dieser Fahrzeuge ihre Muckis in den Armen nicht verlieren.
Für den höheren Nutzwert spricht also allein die Möglichkeit, den SUV bei Bedarf im Gelände nutzen zu können - aber wer macht das schon.
Aber dennoch muss man zugeben, dass die erhöhte Sitzposition eine bessere Übersicht schafft, was ein nicht von der Hand zu weisender Vorzug im Stadtverkehr ist.

Ein ernsthaft zu kritisierender Fakt ist der extrem hohe Verbrauch. Dieser Punkt sollte in anbetracht der aktuellen Diskussion, was den CO2 Ausstoß angeht, eigentlich mehr Beachtung finden. Darüber hinaus wird der Treibstoff ja auch nicht günstiger; scheint aber wohl immer noch nicht teuer genug zu sein, schaut man sich die Masse an stark motorisierten SUV auf unseren Straßen an.

Wozu also so ein Alleskönner?

Es gab Zeiten, da ist man mit Kombis sehr gut klar gekommen, benötigte man einen, der bei Bedarf auch mal auf den Feldweg ausweichen können musste, fuhr man Citroen. Diesen konnte man dank Hydropneumatik hochpumpen.
Wer Ladekapazität suchte, fand den Ford Granada, bei dem dank Blattfedern keine störenden Federdome die fast fußballfeldgroße Ladefläche störten.
Wer einen Geländewagen suchte, bekam einen vollwertigen: Mercedes G (damals noch ohne “-Klasse”), Land - und Range Rover sind hier die besten Beispiele. Nicht schön, aber robust.

Muss ein Auto also auf jedem Gebiet halbwegs gut sein, anstatt auf einem der König?

Ich bin für kompromisslose Fahrzeuge! Ihr sucht einen Geländewagen? Dann muss er sich nicht sportlich auf der Straße bewegen lassen! Ihr wollt einen Sportwagen? Dann muss man damit nicht zum Einkaufen fahren können!

Warum also einen SUV kaufen?

Er ist im Moment, dank ausgeklügelter Marketingstrategien der Hersteller, wohl das stylischere Fortbewegungsmittel als ein Kombi oder echter Geländewagen. Es macht wohl deutlich mehr Eindruck, mit einem X5 über den Boulevard zu hoppeln als mit einem 5er Touring über ihn zu gleiten - sieht halt auch nicht so nach Familie aus.

- Martin Schuler

Milano schön!

Donnerstag, Februar 15th, 2007

Soeben stöberte ich ein wenig durch unser Diskussionsforum und bin prompt über einen Beitrag eines Besuchers gestolpert. In dem Beitrag dreht es sich um die Farbpalette des neuen Audi R8 - das möchte ich euch nicht vorenthalten:

Zitat Shabba: “Eissilber Metallic, Jetblau Mettalic, Daytonagrau Perleffekt, Phantomschwarz Perleffekt, Brilliantrot, Ibisweis, Mugelloblau Perleffekt, Monterrygrün”

Seiner Bitte nachzukommen, eine Farbpräferenz zu nennen, fühlte ich mich nach dieser Prunkvollen Liste einfach nicht mehr im Stande. Es ist doch schon seltsam, was aktuelle Farbauswüchse unserer einheimischen Premiumhersteller für Formen annehmen. So stellt sich dem betuchten Mercedes CLS 63 AMG Kunden die Wahl zwischen “Obsidianschwarzmetallic” und “Smaragdschwarzmetallic”. Dahingegen vermittelt die BMW M5 Farbe “Alpinaweiß III uni” schon nahezu einen langweiligen Eindruck. Hier stellt sich viel mehr die Frage, warum dem M5 Kunden Versionsnummern bei der ohnehin schon schweren Farbauswahl aufs Auge gedrückt werden.

Aber mal ehrlich: ein schnödes Schwarz, Weiß, oder sogar ein simples Rot passt heute ganz einfach nicht mehr in die Designermappe Fahrzeugkatalog.

Über weitere Beispiele in den Kommentaren würde ich mich freuen!

- Steffen Behn